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Wir waren zuerst da!

Autor/in: Redaktion
Datum: 15. Februar 2026

Auf den freien Flächen, im Wald, bei Spaziergängen und manchmal auch ganz nah in den Gärten: Das Reh- und Damwild ist überall um uns herum. Eine, die sich mit den Hirschartigen gut auskennt, ist Jägerin Ann-Katrin Möller.

Rosen, Primeln und Tulpen sind lecker. Genüsslich kauend kann man das Rehwild in den Morgen- und Abendstunden beim Schlemmen zuschauen. Das All-you-caneat-Buffett in unseren Gärten ist reichhaltig – warum also nicht zugreifen? „Meinen Phlox habe ich seit etwa elf Jahren, und er hat noch nie richtig geblüht“, sagt Ann-Katrin Möller schmunzelnd. Sie nimmt es mit Humor, wenn die Ricke oder der Rehbock auf einen Snack bei ihr vorbeikommt. „Es ist doch auch schön, es im Garten zu genießen und sich nicht darüber zu ärgern. Außerdem sind Rehe nun einmal Kulturfolger.“ Haben sie ihren Einstand auf einer bestimmten Fläche gegeben, bleiben sie da, egal, ob dort jetzt ein Haus steht. Ihr Motto lautet: Wir waren zuerst da.

Wenn Gefahr droht

„Rehwild lässt sich nicht so einfach vertreiben, v. a. ältere Tiere schrecken oft, wenn man ihnen als Mensch zu nahe kommt“, so die Jägerin. Das Schrecken ähnelt dem Bellen eines Hundes. Das markante „Bööö“ ist dann laut und stakkatoartig zu hören, wenn eine potenzielle Gefahr erkannt wird. Geschreckt wird je nach Jahreszeit in unterschiedlicher Intensität: Im Winter nur selten, ab dem Frühjahr mehr. Der Grund? Die Vegetationsperiode verhindert die freie Sicht, deshalb sind Gefahren für sie weniger gut zu identifizieren.

In der Regel hält sich das Rehwild (etwa 10 Stück pro Hektar) auf offenen Flächen auf. Sie suchen Gärten nur bei knapper werdendem Nahrungsangebot heim. Damwild ist dagegen seltener vor unserer Haustür zu sehen. „Große Bestände gibt es im Wohld und im Warleberger Wald. Zu uns kommen sie nur aus den Randrevieren zum Äsen“, weiß sie. Das Damwild ist zudem viel schreckhafter. Selbst im Dickicht des Waldes suchen sie noch gezielt nach ruhigen Bereichen. Ihr Bestand ist in Schinkel übrigens ordentlich angestiegen. „Als ich vor rund 25 Jahren meinen Jagdschein gemacht habe, hat man sich wahnsinnig gefreut, mal eine Handvoll von ihnen zu sehen. Und jetzt haben wir im Winter schon Rudel von bis zu 70 Stück beobachten können“, freut sie sich.

In den kalten Monaten versuchen sie so viel Energie wie möglich zu sparen, ebenso das Rehwild. Daher lautet die Bitte der Jägerin: „Es ist nicht gut, wenn querfeldein gelaufen wird, und man sie immer wieder hochscheucht. Das ist sehr kräftezehrend für die Tiere.“

Wildunfall - und dann?

* Gefahrenpunkte kennen Grundsätzlich muss immer (tags wie nachts) umsichtig gefahren werden. Viele Wildwechsel finden nahe Waldgebieten, über den Roggenrader Weg sowie die Straße in Richtung Landwehr statt.

* Unfallstelle absichern Sicherheitsweste anziehen, Warnblinker an, Warndreieck aufstellen. Dann ein Blick in Richtung Wild. Wo liegt es? Von wo ist es gekommen? Wenn es nur angefahren wurde: Wohin ist es gelaufen? Die Stelle für die Nachsuche mit einem Band oder Stock markieren und die Polizei rufen.

* Nicht weiterfahren Womöglich befindet sich verletztes Wild in der Nähe. Die Jäger können nichts für das angefahrene Tier tun, wenn es unauffindbar ist.

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